Émile Michel
Obwohl die Landschaftsmalerei über Jahrhunderte hinweg eher als nebensächliches Genre angesehen wurde, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einem allgemein akzeptierten Genrebegriff entwickelt und in ihrer Beliebtheit sogar ihre „Vorgänger“ – die Sakralkunst und die Historienmalerei – übertroffen. Giorgione in Italien, die Bruegels und die flämische Schule, Claude Lorrain, Nicolas Poussin und die französische Schule oder Turner und Constable in England – diese Künstler sind nur einige jener großen Landschaftsmaler, die mit ihrem jeweiligen Stil Kunstgeschichte geschrieben haben.Nachdem die Landschaft für lange Zeit nur als Hintergrund für narrative Szenen genutzt oder nur zum Zwecke der zeichentechnischen Übung gemalt wurde, erkannten Künstler den Wert der Landschaftsdarstellung und begannen, Landschaften um ihrer selbst Willen zu malen und als Teil eines inspirierten und wissenschaftlichen Studiums der Welt anzusehen. Viele der großen Künstler haben sich von ihr inspirieren lassen und einige, wie Joseph Mallord William Turner, haben durch das Studium der Natur sogar zu einem neuen Kunststil gefunden, der über die bloße Wiedergabe des Gesehenen hinausgeht.Émile Michel zeichnet in diesem Buch eine Panoramadarstellung sowohl der Landschaftsmalerei vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart als auch der vielfältigen Art und Weise, auf die Künstler die Welt in all ihrer Herrlichkeit wiedergegeben haben.